Bayern: "Ohne Gentechnik"-Milch bei 90 Prozent

26.09.2018 - Das bayerische Landesamt für Landwirtschaft (LfL) erwartet, dass bis Ende 2018 die bayerischen Molkereien knapp 90 Prozent der konventionellen Milch als Milch ohne Gentechnik (OGT) erfassen werden. Im vergangenen Jahr lag die OGT-Quote noch bei 60 Prozent.

Das Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte im LfL stellt jährlich Zahlen zu den Qualitätstrends in der bayerischen Milchwirtschaft zusammen. Demnach erfassten die bayerischen Molkereien im Jahr 2017 insgesamt 8,93 Millionen Tonnen Milch. Davon waren 60,2 Prozent OGT-Milch. Hinzu kamen noch 6,3 Prozent Bio-Milch, bei deren Produktion der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln generell ausgeschlossen ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr also zwei Drittel der erfassten bayerischen Milch gentechnikfrei erzeugt. „Damit belegen die bayerischen Molkereien, dass sie sich an den Bedürfnissen der Verbraucher orientieren, die in Umfragen regelmäßig besonderen Wert auf Regionalität, biologische Erzeugung und/oder den Verzicht auf GVO legen“, kommentierte das LfL die Zahlen.

Im Bericht heißt es weiter: „Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass der Umstellungsprozess keineswegs am Ende ist. Wir erwarten, dass bis zum Ende des Jahres 2018 knapp 90 % der konventionellen Milch als ‚Milch OGT’ erfasst werden“. Dieser Trend bestätige sich auch durch die stetig steigende Zahl der Nutzer des „Ohne GenTechnik“ Siegels in Bayern. 2015 nutzten 38 Unternehmen das Siegel, 2017 waren es bereits 65 und aktuell sind es 71 Unternehmen.

Bei der Bio-Milch erwartet das LfL für 2018 ebenfalls eine deutliche Zunahme der Menge, da in den ersten sechs Monaten 2018 27 Prozent mehr Bio-Milch angeliefert wurde als im Vorjahreszeitraum. Dadurch könnte der Anteil von 6,3 Prozent Biomilch ebenfalls um ein Viertel auf etwa 8 Prozent zunehmen. Das würde in der Summe bedeuten, dass Ende des Jahres sogar rund 91 Prozent der bayerischen Milch zertifiziert gentechnikfrei wären.

„Die Zahlen aus Bayern zeigen, wie erfolgreich sich Ohne Gentechnik-Lebensmittel entwickeln können“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Beteiligten in der Wertschöpfungskette an einem Strang ziehen und die Erzeuger einen fairen Preis bekommen, der ihre zusätzlichen Aufwendungen deckt und der Qualität der Produkte gerecht wird.“

Der Bericht „Aktuelle Qualitätstrends der bayerischen Milchwirtschaft“ wird in Kürze auf den Seiten des bayerischen LfL veröffentlicht.

VLOG: Bayern: "Ohne Gentechnik"-Milch weiter auf Erfolgskurs (25.07.2017)